Immobilien & Sanierung

CO₂ wird zum Preisfaktor – wie Energieeffizienz den Immobilienwert verändert

Lukas Steinhilber
October 24, 2025
•
5 min Lesezeit
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Zusammenfassung
  • CO₂-Emissionen beeinflussen Immobilienpreise zunehmend: Eine Studie von Wüest Partner mit 766 Berliner Immobilientransaktionen zeigt, dass höhere CO₂-Emissionen mit niedrigeren Kaufpreisen einhergehen. Dieser Zusammenhang hat sich zwischen 2022 und 2024 deutlich verstärkt.
  • Messbare Preisabschläge bei hohen Emissionen: Pro zusätzlichem Kilogramm CO₂-Ausstoß je Quadratmeter und Jahr sinkt der Kaufpreis durchschnittlich um rund 2 €. Zwischen den besten und schlechtesten Energieeffizienzklassen liegen Preisunterschiede von bis zu 100 %.
  • Energieeffizienz wird zum wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil: Energetisch modernisierte Gebäude profitieren von höheren Marktwerten, geringeren Betriebskosten, besserer Vermietbarkeit und attraktiveren Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Besonders hoher Handlungsbedarf im Altbaubestand: Unsanierte Berliner Altbauten verursachen häufig 50–75 kg CO₂/m² jährlich, während modernisierte Gebäude oft unter 25 kg liegen. Gezielte Sanierungen können diese Emissionen deutlich reduzieren und die Werthaltigkeit verbessern.
  • Frühzeitige Sanierungen sichern langfristige Renditen: CO₂-Emissionen entwickeln sich zu einem wichtigen Faktor der Immobilienbewertung. Eigentümer, die frühzeitig in energetische Modernisierung investieren, können Wertverluste vermeiden und wirtschaftliche Potenziale nutzen.

Der Immobilienmarkt befindet sich im Wandel – nicht nur politisch, sondern messbar. Eine neue empirische Studie von Wüest Partner zeigt erstmals, wie stark sich CO₂-Emissionen inzwischen im Kaufpreisgefüge von Mehrfamilienhäusern niederschlagen.

Vom Randthema zum messbaren Werttreiber

‍Analysiert wurden 766 Immobilientransaktionen in Berlin zwischen 2022 und 2025. Auf Basis amtlicher Kaufpreissammlungen und modellierter CO₂-Emissionen wurde überprüft, ob und in welchem Umfang der Ausstoß von Treibhausgasen den Marktwert beeinflusst. Das Ergebnis ist eindeutig: Zwischen CO₂-Emissionen und erzielten Kaufpreisen besteht ein klar negativer Zusammenhang – und dieser wird von Jahr zu Jahr stärker.Der Korrelationskoeffizient zwischen CO₂-Emissionen (in kg/m² p.a.) und Kaufpreisen (EUR/m²) stieg von –0,08 im Jahr 2022 auf –0,36 im Jahr 2024. Das mag technisch klingen – inhaltlich bedeutet es: CO₂-Emissionen spielen heute eine viermal stärkere Rolle bei der Preisbildung als noch vor zwei Jahren. Das zeigt: Der Markt beginnt, Emissionen systematisch einzupreisen – ähnlich wie Lagequalität oder Zinsniveau.

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Zahlen, die den Trend bestätigen

‍Im Mittel zeigt die Studie einen Preisabschlag von rund 2 € pro zusätzlichem kg CO₂-Ausstoß pro m² und Jahr. Bei einem Median-Kaufpreis von rund 2.673 €/m² entspricht das einer Wertdifferenz von ± 4,7 %.Noch eindrucksvoller ist die Spreizung entlang der Energieeffizienzklassen: Die Median-Kaufpreise variieren zwischen rund 4.250 €/m² in Klasse A und etwa 2.100 €/m² in den weniger effizienten Klassen – also um bis zu 100 %. Mit anderen Worten: Der Markt honoriert Energieeffizienz bereits heute deutlich – und dieser Effekt wird mit jeder Transaktion sichtbarer.

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Energieklasse Median Kaufpreis €/m² Differenz
4.250,00 € –
3.800,00 € –28,57 %
3.200,00 € –18,51 %
2.700,00 € –18,75 %
2.100,00 € –18,42 %

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Energieeffizienz zahlt sich doppelt aus

‍Neben der ökologischen Notwendigkeit gewinnt Energieeffizienz damit auch ökonomisch massiv an Bedeutung. Eigentümer, die heute in energetische Sanierungen investieren, profitieren gleich mehrfach:

  • Wertstabilität und Rendite: Energieeffiziente Gebäude erzielen höhere Marktpreise und geringere Leerstandsrisiken.
  • Regulatorische Sicherheit: Strengere Vorgaben durch GEG, EPBD & Co. treffen vor allem ineffiziente Bestände.
  • Kostenkontrolle: Effiziente Gebäude reagieren robuster auf Energiepreissteigerungen.
  • Zugang zu Kapital: Banken und Investoren verlangen zunehmend ESG-konforme Assets.

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Der Markt beginnt, CO₂ zu bepreisen

‍Was die Studie empirisch zeigt, spüren wir bei Wallround täglich in der Praxis: Immobilieneigentümer mit sanierungsbedürftigen Beständen verlieren Marktwert – nicht irgendwann, sondern jetzt. Gleichzeitig sehen wir, wie Projekte, die durch gezielte energetische Maßnahmen verbessert werden, nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die gesamte Werthaltigkeit der Gebäude verändern.Gerade im Berliner Altbaubestand ist der Effekt sichtbar: Unsanierte Objekte aus der Vorkriegszeit liegen oft bei 50 – 75 kg CO₂/m² p.a., moderne oder sanierte Bauten dagegen unter 25 kg. Diese Differenz übersetzt sich zunehmend in Euro – und in Vertrauen.

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Fazit: In der Herausforderung liegt die Chance

‍Die Datenlage ist eindeutig: CO₂-Emissionen sind kein Nebenschauplatz mehr, sondern ein zentraler Bestandteil der Immobilienbewertung. Während der Effekt vor wenigen Jahren kaum messbar war, wächst sein Einfluss inzwischen exponentiell. Doch genau darin liegt die Chance. Der Gebäudebestand in Deutschland ist groß, und ein erheblicher Teil davon ist noch unsaniert. Wer jetzt handelt, kann den Wertzuwachs und die Effizienzgewinne der kommenden Jahre voll ausschöpfen – bevor sie vollständig eingepreist sind.Die energetische Sanierung ist damit nicht nur Klimaschutz, sondern eine der größten wirtschaftlichen Chancen der nächsten Dekade. Frühes Handeln zahlt sich aus – ökologisch wie ökonomisch. Oder anders gesagt: CO₂ ist das neue Lagekriterium – und Energieeffizienz die neue Wertsteigerung.

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Lukas Steinhilber
Lukas Steinhilber
Lukas ist unser Gründer und CEO. Sein erstes erfolgreiches Unternehmen VEHICULUM hat er 2014 gegründet. Seine Passion besteht darin, fragmentierte Märkte durch Technologie zu verbessern.
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