
Beim Inliner wird die alte Leitung von innen beschichtet, das geht schneller und mit weniger Eingriffen in die Wohnungen. Ein kompletter Rohrtausch ersetzt dagegen das gesamte Leitungsnetz und beseitigt alle Altlasten im Schacht. Wallround erneuert bei der Strangsanierung die Steigleitungen für Trinkwasser, Abwasser und bei Bedarf Heizung und Elektro komplett.
Der Austausch alter Leitungen ist überwiegend Instandhaltung und deshalb nicht umlagefähig. Umlegen lassen sich nur Modernisierungsanteile, etwa wenn Bäder hochwertiger ausgestattet werden oder eine Lüftung neu hinzukommt. Die Aufteilung sollte vor Baubeginn sauber dokumentiert werden.
Mieter müssen eine angekündigte Strangsanierung dulden. Sind Bad oder Küche zeitweise nicht nutzbar, kann die Miete gemindert werden, da es sich in der Regel um Instandhaltung handelt. Muss ein Mieter für einige Zeit ausweichen, hat er Anspruch auf Ersatz angemessener Aufwendungen.
Die Kosten hängen davon ab, welche Leitungen erneuert werden, ob Bäder komplett oder nur an den Anschlüssen saniert werden und ob Schadstoffe wie Asbest zu entfernen sind. Auch Brand- und Schallschutz in den Schächten beeinflussen den Preis. Teile der Maßnahme können förderfähig sein, etwa neue Heizungsstränge.
Typische Anzeichen sind Rohrbrüche, rostiges oder braunes Wasser, sinkender Wasserdruck und wiederkehrende Feuchteschäden. Häufig betroffen sind Leitungen aus verzinktem Stahl, die 40 bis 50 Jahre alt sind. Trinkwasserleitungen aus Blei mussten nach der Trinkwasserverordnung bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.
